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Pressemitteilungen » Pressemitteilungen aus dem Jahr 2019 » Pressemitteilung Nr. 156/19 vom 4.12.2019

 

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Bundesgerichtshof

Mitteilung der Pressestelle


Nr. 156/2019

Richter am Bundesgerichtshof a.D. Dr. Detlev Fischer erhält Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der

Bundesrepublik Deutschland

In Würdigung seines Engagements als Vorsitzender des Vorstands des Vereins Rechtshistorisches Museum e.V. hat Herr Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 2. September 2019 Herrn Richter am Bundesgerichtshof a.D. Dr. Detlev Fischer das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Der Orden wurde Herrn Dr. Fischer heute durch Frau Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg Katrin Schütz in den Räumlichkeiten des Bundesgerichtshofs übergeben.

In Ihrer Begrüßungsansprache würdigte Frau Präsidentin des Bundesgerichtshofs Bettina Limperg insbesondere die Verdienste des Geehrten um die Aufarbeitung und Vermittlung der Rechtsgeschichte und die Bedeutung dieses Wirkens für den Bundesgerichtshof: "Kaum ein anderer kennt die Geschichte des Bundesgerichtshofs und die badische Rechtsgeschichte besser als Herr Fischer und kaum jemand kann so mitreißende Geschichten darüber erzählen wie er. Er war und ist mir stets in Belangen, die die Geschichte des Bundesgerichtshofs angingen, ein überaus wertvoller Berater und Begleiter." Frau Staatssekretärin Schütz führte in ihrer Laudatio aus: "Als passionierter Richter und Rechtshistoriker, als Publizist und Ausbilder wie auch als engagierter Bürger setzen Sie sich in vorbildlicher Weise für das Verständnis und die Wertschätzung des Rechts ein. Dieses großartige persönliche Engagement erfährt nun seine verdiente Würdigung." Herr Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe Dr. Frank Mentrup hob Herrn Dr. Fischers "Einsatz zur Schärfung des Rechtsbewusstseins der Öffentlichkeit auf Basis der Rechtshistorie" hervor. Als Bereicherung empfinde er, mit ihm auch im Initiativkreis des Karlsruher "Forum Recht" einen starken Befürworter und Motor dieses Vorhabens zu wissen.

Herr Dr. Fischer wurde am 22. Februar 1950 in Göttingen geboren. Nach Abschluss seiner juristischen Ausbildung trat er am 1. März 1979 in den höheren Justizdienst des Landes Baden-Württemberg ein. Im Januar 1982 wurde er zum Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Karlsruhe und im März 1983 zum Richter am Landgericht Karlsruhe ernannt. Von Oktober 1989 bis Oktober 1992 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Bundesgerichtshof abgeordnet. Ende 1995 wurde er zum Richter am Oberlandesgericht Karlsruhe befördert. Von Januar 1999 bis April 2002 war er zugleich Mitglied des Anwaltsgerichtshofs Baden-Württemberg. Ebenfalls im April 2002 wechselte er als Vorsitzender Richter an das Landgericht Karlsruhe. Am 10. November 2005 wurde Herr Dr. Fischer zum Richter am Bundesgerichtshof ernannt. Er gehörte seither dem schwerpunktmäßig für Rechtsstreitigkeiten auf den Gebieten des Zwangsvollstreckungs- und des Insolvenzrechts sowie über Schadensersatzansprüche gegen Rechtsanwälte und steuerliche Berater zuständigen IX. Zivilsenat an. Mit Ablauf des 30. Juni 2015 trat er nach Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand.

Besondere Verdienste hat sich Herr Dr. Fischer durch sein langjähriges und äußerst erfolgreiches Wirken im "Verein Rechtshistorisches Museum e.V." erworben, dessen erster Vorsitzender er seit mehr als 14 Jahren ist. Der im Jahr 1988 gegründete Verein verfolgt den Zweck, das Rechtsbewusstsein der Bevölkerung auf der Grundlage der historischen Entwicklung des gesetzten Rechts in Verbindung mit dem Naturrecht durch Vorträge, wissenschaftliche Veröffentlichungen und Wanderausstellungen zu stärken und zu fördern. Der Verein versteht sich auch als Karlsruher Rechtshistorische Gesellschaft und organisiert jeweils im Frühjahr und im Herbst einen öffentlichen Vortrag, der Themen aus dem Bereich der Rechtsgeschichte und der juristischen Zeitgeschichte aufgreift. Regelmäßig gestaltet Herr Dr. Fischer auch eigene rechtshistorische Vorträge, wie jüngst zum Thema "Reformorientierte Karlsruher Juristen in der Weimarer Republik".

Der Verein ist insbesondere Träger und Förderer des seit 1984 in Karlsruhe bestehenden Rechtshistorischen Museums, das jährlich von etwa 4.000 Personen aus dem In- und Ausland besucht wird. Herr Dr. Fischer führt sachkundig Besuchergruppen durch die Dauerausstellung "Von Babylon zur heutigen Rechtsordnung" und durch Sonderausstellungen. Insbesondere die von Herrn Dr. Fischer konzipierte Sonderausstellung "Vom Privilegienbrief zur Residenz des Rechts – Einblicke in 300 Jahre Karlsruher Rechtsgeschichte" stieß auf erhebliches Interesse in der Karlsruher Bevölkerung. Daneben begleitet Herr Dr. Fischer persönlich rechtshistorische Stadtspaziergänge sowohl zu festen Terminen als auch anlassbezogen, etwa für offizielle Besuchergruppen des Bundesgerichtshofs. Auf diesen etwa zweistündigen Rundgängen werden Erinnerungsorte des Rechts in der Karlsruher Innenstadt aufgesucht und deren Bedeutung anhand der Themen (Rechts-)Einheit, Verfassungsordnung und Freiheitsrechte im Rahmen der über 300-jährigen Rechts- und Justizgeschichte Karlsruhes näher erläutert. Das hierzu von Herrn Dr. Fischer verfasste Buch "Rechtshistorische Rundgänge durch Karlsruhe – Residenz des Rechts" ist bereits in dritter Auflage erschienen. In einer Rezension wurde das Werk als ein "in Deutschland singuläres Buch voller Entdeckungen" und "als Geschenk für jeden Juristen" bezeichnet. Daneben tritt Herr Dr. Fischer auch als Autor zahlreicher weiterer Veröffentlichungen in der vom Verein verantworteten Schriftenreihe des Rechtshistorischen Museums in Erscheinung. Die Reihe umfasst gegenwärtig 36 Hefte; weitere sind in Vorbereitung. Herr Dr. Fischer tritt selbst als Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur Rechtsgeschichte innerhalb und außerhalb der Schriftenreihe in Erscheinung.

Karlsruhe, den 4. Dezember 2019

Pressestelle des Bundesgerichtshofs
76125 Karlsruhe
Telefon (0721) 159-5013
Telefax (0721) 159-5501

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